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Die sieben Fürstentümer

Die sieben Fürstentümer Vanaars – ein kurzer Überblick

 

Malachan

Die Malachaner sind ein Volk von einfachen Bauern und Schafhirten, die ein hartes und karges Leben gewohnt sind. Und obwohl sich auch einige reiche Händler angesiedelt haben, dürfte der Gewinn und der Reichtum der Händler die Situation der normalen Bevölkerung nicht verbessert haben. Trotzdem lässt sich ein genügsames und glückliches Leben führen, denn obwohl die Steuern hoch und die Eintreiber von der üblen Sorte sind, muss man doch nicht hungern. Allerdings reicht es nicht um Reserven anzulegen, die helfen eine Dürre oder einen Krieg zu überstehen. Bei einem Eintreten eines solchen Ereignisses könnte es durchaus sein, dass die Verzweiflung groß genug wird und sich das Volk gegen den Fürsten Malachans, derzeit Fürst Gunter II, der Großherzige, zu erheben.

An der Seite Fürst Gunters steht seit einigen Jahren Fürstin Lassarde, die ehemalige Gauklerkönigin, und hilft den großen, meist mit Essen beschäftigen Händen Fürst Gunters, die Geschicke des Fürstentums zu leiten. Doch der Fürst ist, trotz des von mancher hochgezogenen Braue bedachten Verkaufs der strategisch interessanten Feste Kreuzen im Herzen Vanaars, beileibe kein einfältiger Mann. Er sorgt sich um das Land, wie man an der großzügigen Unterstützung von Rex Mortimer, einer Schule für die Armen und Waisen, sieht. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man sogar, dass der Fürst mehr wüsste, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

So hat er beispielsweise erstaunlich rasch auf den Angriff Cáilberons unter der alten Fürstin Catharina reagiert. Zwar ist die malachanische Passfeste Winkelfels noch immer in ihrer Hand und der ihres Gefolges, zu dem auch merkwürdige Wesen, so genannte Irdenwarde, gehören sollen, allerdings konnten Graf Marik von Malachan mit einer tollkühnen Aktion und der Feldmarschall Markgraf Urnenfeld mit einem rasch einberufenen Heer die Schlacht zu ihren Gunsten wenden und die Angreifer zurückdrängen. Doch es steckt noch immer ein Stachel im nicht besonders gut gerüsteten Malachan. Und so sah sich Fürst Gunter gezwungen, zusätzliche Kriegsabgaben einzuheben und die Anhänger der Göttin Vána – Catharina ist eine Hohepriesterin Vánas – mit der Landacht zu bedenken.

Miasmal

„Die Gabe Narrhlons“ oder einfach „die Gabe“, ist eine Bezeichnung der Einheimischen für die Insel auf der sie leben. Die Insel ist stark bewaldet und sowohl Ackerbau, als auch Viehzucht stellen sich schwierig und nicht besonders ertragreich dar. Bekannt ist die Insel auch für die Nageschweine, pflanzenfressende Nagetiere, die sich als Haus- und Nutztierart sehr gut eignen. Ansonsten ernähren sich die Inselbewohner von Fischen, Muscheln, Krebsen und anderen Meeresfrüchten.

Genaues über die Geschichte der heutigen Einwohner Miasmals ist nicht bekannt. Der Kern der Gerüchte und Legenden ist folgendes: es heißt, der Gott Narrhlon, Herr der tiefen Wasser, habe selbst Gestalt angenommen, um folgendes Gebot zu verkünden: Menschen und Sireni, elbenähnliche Geschöpfe des Meeres, sollten zu einem Volk werden. Die Kinder einer Verbindung zwischen Mensch und Sireni sollen sowohl an Land, als auch unter Wasser leben können.

Die heutigen Einwohner Miasmals, geführt von Fürst Larisan, Ordron von Miasmal, zählen zu den besten Seefahrern Vanaars. Fremde dürfen nur bestimmte öffentliche Bereiche in der Hauptstadt besuchen, Zutritt zu andere Gebieten der Insel ist ihnen verboten. Dennoch wird eifrig Handel betrieben, sehr zum Ärger Waydwaygs. Ein Ärger, der wohl auch zum Krieg führen könnte.

Tristande

Das geheimnisvolle, ja fast mystisch anmutende Waldreich Tristande liegt im Osten Vanaars. Vom Netz der Wächtersteine seit langer Zeit geschützt, das fast jeden Feind abzulenken oder zurückzuhalten imstande sein soll, war es stets nur wenigen gestattet, den verzauberten Wald und die Orte der Elfen zu betreten. Und doch soll es vereinzelt vertrauenswürdige Druiden und Waldläufer geben, die mit den Elfen den Wald bewohnen. Sogar von einer kleinen Halblingssiedlung im Norden will man schon gehört haben.

Unter Fürst Glandion Silberklinge nahmen nach langer Zeit Elfen aus Tristande aktiv Kontakt mit befreundeten Fürstentümern und Gruppierungen auf. Ein möglicher Krieg gegen Eiberon, die Burg Kreuzen, und andere Dinge sollen den Fürsten beschäftigen; wenn man dem Glauben schenken mag, was man hinter vorgehaltener Hand hört.

Waydwayg

Es gibt im Lande keine Vorurteile oder Einschränkungen gegenüber Rasse, Geschlecht oder Religion, solange man sich an gewisse Regeln hält. Zerstörerische Wesen werden nicht geduldet. Verwendung von Magie ist zum Schutze aller durchgehend reglementiert. Es gibt auch Möglichkeiten, Zauberkundige zeitweilig von ihren Kräften zu befreien.

Die Gesellschaft ist in fünf Stände untergliedert: Leibeigene / Sklaven, Freie, Händler, Bürger und Beamte, wobei der zuletzt genannte Stand besonders hervorsticht. Die Standeszugehörigkeit wird, ganz im Sinne des Handels und Besitzes, durch Reichtum bestimmt und ist nicht vererbbar. „Geld ist Ehre!“, wie hier ein geflügeltes Wort lautet und ist eine Abkürzung des Händlermottos: „Dein Geld ist mir eine Ehre!“

Die Verwaltung ist, ebenso wie Handel und Reichtum, prägend für die Gesellschaft Waydwaygs. Mehrere Räte und eine schier unendlich scheinende Anzahl an Ämtern und Kanzleien regiert und verwaltet dieses Fürstentum, meist von der Hauptstadt Sofar aus, an dessen Spitze Fürstin Jasmina Sóol Kaimbra steht.

Gulp Furzkopf, genialer Erfinder und Herausgeber des „Erstaunlichen Blattes“, stammt ebenfalls aus diesem Fürstentum. Du bist, was du besitzt – eine treffende Kurzbeschreibung Waydwaygs.

Cáilberon

Die Ursprünge der heutigen Cáilberoner dürften in einem Stamm liegen, der durch den Glauben an die Erdmutter Vána und seine Priesterschaft zusammengehalten worden war. Da dieser Stamm lange Verfolgungen ertragen musste, bevor er schließlich nach Vanaar kam, hatten sich Glaube und Lebensart gewandelt: den neuen Zeiten und Herausforderungen angepasst, waren die Leute härter und kompromissloser geworden. Konsequentes Verteidigen ihrer Vergangenheit und Herkunft hatten sie so intolerant werden lassen, wie sie heute manchen erscheinen mögen.

Ein Abkommen mit Malachan erkaufte dem Stamm Gebietsansprüche im Westen Vanaars. Da das Leben dort leichter als in Malachan war, wanderten oder flohen im Laufe der Jahre viele Leibeigene über das Gebirge in die vermeintliche Freiheit.

Einige Kriege folgten; als Konsequenz daraus und weil es auch hin und wieder notwendig sein kann, den Glauben mit dem Schwert zu verbreiten, wurden Kriegerorden verstärkt und mit größeren Befugnissen ausgestattet. Heute starrt das Land vor Waffen.

Magieanwender sind in Cáilberon nicht gerne gesehen; nur das reinigende Feuer kann sie der Erdmutter Vána zurückbringen – in Form von Asche, sagt man. Auch Elfen und andere Rassen haben es nicht leicht dem Misstrauen zu begegnen.

Das Fürstentum entstand als Matriarchat, an dessen Spitze die Hohepriesterin Vánas stehen muss. Die in die Jahre gekommene Fürstin und Hohe Erdmutter Catharina, Oberste Verteidigerin des Glaubens, herrschte bis vor kurzem über Cáilberon. Die Lage inzwischen ist unklar, nachdem ihre Tochter, Erdherrin Gwyngarth, einen großen Teil der Streitmacht übernommen und einen Feldzug in die unbewohnten südlichen Gebiete begonnen hat.

Catharina, unter der es schon einmal zu einer großen Verfolgung von Zauberkundigen gekommen war, war im Sommer 821 N.A. über den Sturmpass in Malachan eingefallen. Obwohl die Passfeste Winkelfels schnell eingenommen werden konnte, wurden Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Angriffs und dem Geisteszustand der ehrwürdigen Erdenmutter Catharina laut.

Fürst Gunter konnte gerade noch rechtzeitig einen stillen Heerbann ausrufen lassen. Alle lehnspflichtigen Barone und Grafen mit ihren Rittern und Soldaten sammelten sich unter Feldmarschall Markgraf Urnenfeld, um Fürstin Catharina entgegenzutreten. Schließlich wurde die Entscheidungsschlacht zu Gunsten Malachans entschieden. Unter Graf Marik von Malachan geriet ein Trupp hinter die feindlichen Linien und schaffte es, eine alte Schleuse zu öffnen, wodurch ein nahe gelegenes Tal überflutet wurde. Dabei ertranken fast 300 Cáilberoner und einige Bauernfamilien Malachans.

Nach diesem Ereignis zog sich Fürstin Catharina mit ihren treuen Garden und einigen Irdenwarden auf die Feste Winkelfels zurückgezogen, von wo aus sie kleine Scharmützel in der Kronmark verursachte. Seit fast zwei Jahren gibt es Konflikte mit den angrenzenden Reichen, Reisende werden festgenommen, die Bevölkerung verbrennt Zauberer und attackiert Fremde …

Seilán

Ein Fürstentum von ehrhaften Söldnern und Kriegern. Das Reich Horadons hat sich in den vergangenen Jahren exzellent entwickelt. Abgesehen von der schwer befestigten Hauptstadt, schützen zwei Festungen und mehrere kleine Bastionen das weitläufige und wilde Gebiet. Mehr als zwei Dutzend Dörfer und unzählige kleine Höfe oder Anwesen sind durch ein Netzwerk aus einfachen, aber gut gepflegten Pfaden verbunden.

Der jetzige Fürst Erik Nordhammer ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, hat aber noch immer die Zügel fest in der Hand, obwohl seine Tochter Gunnhild Nordhammer ihm bereits einige Pflichten abnimmt. Wenige zweifeln daran, dass sie nach Eriks Rücktritt die neue Fürstin wird. Denn ob Mann oder Frau ist gleich in Seilán.

Als erkennbares Zeichen der Denkweise Seiláns bestimmen übrigens nicht nur Blutsbande einen Rang, sondern auch (oft zu einem größeren Teil) die Leistung. Über dem Fürsten steht der Klingenrat der Neun; dieser greift jedoch nur selten in alltägliche Belange ein. Er trifft sich nur einmal im Jahr, um die Entwicklung des Söldnerreiches zu bestimmen. Der Rat besteht aus einem erfahrenen Krieger jeder Sippe, wobei jedem Mitglied die Ehre dieses Amt zu bekleiden für höchstens fünf Jahre zuteil wird.

Es gibt ein eisernes Gesetz in Seilán, welches über allen anderen steht: Erfülle deinen Kontrakt bis zum bitteren Ende! …und sorge dafür, dass dein Auftraggeber sich ebenso verhält!

Eiberon

Eigentümliche Bräuche, verschleierte Zwiespältigkeit, wohl gehütete magische Künste – das sind Attribute Eiberons, die sowohl das Land, als auch das Bild von ihm prägen. Die Herren Eiberons nennt man Tai'Runi, Disziplin und Macht sind ihre Tugenden, und so zeigt sich auch in der Gesellschaft eine klare Ordnung der Dinge: die Bevölkerung ist in Kasten gegliedert und jedes Kind erhält nach seinen Befähigungen und den Notwendigkeiten die Möglichkeit, sich eine zu wählen; mit Ausnahme der hohen Kaste der Tai'Runi. Die Tai'Runi selbst schätzen fließende Gewänder, duftende Essenzen und insbesondere gute Sitten

Die Neigung, alles zu ordnen und jedem einen Platz im großen Gefüge zuzuweisen, ist ein bekannter Wesenszug der Herrscher. Gefühle werden – mit Ausnahme des Blutzorns – selten offen gezeigt. Dem Reisenden sei allgemein eine vorsichtige Wortwahl, besonderer Respekt sowie der Verzicht auf offene Kritik ans Herz gelegt.

Als Wahrzeichen für die gehüteten magischen Künste kann die Schwebende Akademie angesehen werden, die tatsächlich über dem Meer schwebt und deren Besuch bei weitem nicht jedermann gestattet ist. Die Schwebende Akademie hat sich unter dem jetzigen Erzkanzler mühsam die Unabhängigkeit von den sieben Fürstentümern erkämpft. Wie sich diese Unabhängigkeit auf das Ansuchen um Aufnahme von niemand geringerem als Lady Yeohmay Inoshin, Tochter der jetzigen Herrscherin, auswirkt ist fraglich.

Die Zwiespältigkeit des Landes zeigt sich oft erst dem genauen Auge oder dem bedachten Ohr. Bei allem Wissen und allen Traditionen, nennen sich manche selbst „die Vergessenen“; Berichte über die Herkunft des Volkes existieren nicht, sämtliche Fragen diesbezüglich werden einfach nicht beantwortet.

Bis vor einigen Dekaden bestand ein nie in Frage gestelltes Patriarchat. Heutzutage ist das anders und nur durch den Willen des Vaters von Sa'Daigo Merva Inoshin, der derzeitigen Fürstin Eiberons.